Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz
Bibliotheca Bipontina

 

Ausstellung „Historische Pferdedarstellungen aus fürstlichem Besitz in der Bibliotheca Bipontina"
Ausstellungsdauer: 22.8. – 30.11.2005
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 8 –13 Uhr; zusätzlich Mo, Mi, Fr. 14 –17 Uhr

Kenntnisse über Pferdehaltung, Zucht oder schlicht das Reiten waren, solange Pferde zu den wichtigsten Transportmitteln zählten, in der Bevölkerung weit verbreitet. Beim Adel gehörte bereits sehr früh hippologisches Wissen und die Beherrschung der Reitkunst zum weitgefächerten Bildungskanon. Schon fast selbstverständlich erscheint es deshalb, wenn die ehemalige Bibliothek der Zweibrücker Herzöge, die Bibliotheca Bipontina im LBZ , mit ihrer großen Themenvielfalt auch hier Bedeutendes zu bieten hat. – Diese Schätze für die Öffentlichkeit zu heben und bekannt zu machen, ist das Anliegen der jüngsten Ausstellung der wissenschaftlichen Bibliothek: „Pferdedarstellungen aus fürstlichem Besitz in der Bibliotheca Bipontina“.
Nicht von ungefähr wurde dieses Thema im laufenden Jahr für eine große Ausstellung gewählt, soll diese doch eine Hommage an das 250jährige Jubiläum des Zweibrücker Landgestüts sein, nach der Bibliotheca Bipontina die zweitälteste noch bestehende herzogliche Gründung in Zweibrücken.

Die kenntnisreiche Sammlung pferdespezifischer Literatur führte bei den Zweibrücker Herzögen zu einem, auch für ihre Zeit außergewöhnlichen Spezialwissen, das durchaus im Zusammenhang mit der Gründung eines eigenen Gestüts durch Christian IV. zu sehen ist.

Die Ausstellung zeigt 86 Bände aus dem 16. bis frühen 18. Jahrhundert, teils mit wertvollen Holz- und Kupferstichen: Pferdedarstellungen u. a. aus Mythologie und Theologie, Bildender Kunst, Technik und Arbeitswelt, stehen neben typisch höfischer Literatur über die „Barocke Reitkunst“. Der Neapoletaner Federico Griso wie auch der Reitlehrer Ludwig XIII., der Franzose Antoine Pluvinel, werden als Begründer der italienischen und französischen Reitkunst gleich ihrem geistigen Ahnen Xenophon mit prächtigen Werken besonders gewürdigt.
Dem barocken Verständnis von Pferdedressur entsprechend, gehört in die fürstliche Büchersammlung auch ein umfangreicher Bestand von „Bissbüchern“: Darstellungen von Möglichkeiten, Pferde „im Zaum“ zu halten, die voll barockem Zierrat zwar ästhetisch sehr anspruchsvoll wirken, jedoch eine Qual für jedes Pferdemaul waren.

Zu betrachten ist die Ausstellung, die eine ausführliche Erklärung aller Exponate bietet, zu den üblichen Öffnungszeiten der Bibliotheca Bipontina.

Reitkunst im 16. und 17. Jahrhundert Pferdebücher in der Bibliotheca Bipontina/td>